18.02.2026

Drohnenvermessung Hochspannungstrassen

LiDAR
Lesedauer: 
7 Min.
BVLOS, LiDAR und DJI Dock 3 für skalierbares Trassen-Monitoring

Hochspannungstrassen sind sicherheitskritische Infrastruktur, deren sicherer Betrieb jederzeit gewährleistet sein muss. Netzbetreiber benötigen dafür belastbare Geodaten, insbesondere für Vegetationsmanagement, Abstandsprüfungen, Instandhaltung, Monitoring und Dokumentation. In der Praxis liegt der Engpass selten bei der Sensorik, sondern bei einem wiederholbaren, wirtschaftlichen Betrieb über lange Korridore und viele Trassenabschnitte hinweg.

Drohnen-Laserscanning (LiDAR) ist für Hochspannungskorridore besonders geeignet: Es liefert hochgenaue Vermessungsdaten des Trassenkorridors inklusive Urgelände und Vegetation – auch dort, wo reinbildbasierte Verfahren wie Photogrammetrie an Grenzen stoßen.

Mit einer leistungsfähigen Trägerplattform wie der DJI Matrice 400 lassen sich LiDAR-Vermessungen bedarfsgerecht und effizient umsetzen.

Für die regelmäßige Routine-Datenerhebung bietet sich ergänzend das DJI Dock 3 an. Damit werden automatisierte Drohnenflüge ohne Fernpiloten vor Ort möglich – zentralgeplant und in Echtzeit überwacht. So entsteht eine skalierbare Kombination aus hochpräziser 3D-Bestandsaufnahme und kontinuierlichem Trassen-Monitoring.

Konsistenter Workflow: Manuelle LiDAR-Flüge & DJI Dock 3 Routineflüge

Ein praxistaugliches Betriebskonzept für Stromtrassen basiert auf einer klaren Aufgabentrennung:

  • Manuelle LiDAR-Befliegungen liefern hochpräzise Bestandsdaten für Vermessung, Nachweisführung und Planung.
  • Dock-Routineflüge erfassen definierte Abschnitte regelmäßig für Monitoring, Inspektion und schnelle Lagebilder.

Diese Kombination verknüpft hochgenaue Geodaten mit kontinuierlichem Monitoring und liefert damit eine über die Zeit konsistente Datengrundlage. Diese ist entscheidend für eine lückenlose, nachvollziehbare Dokumentation und eine belastbare Entscheidungsbasis.

Typische Anwendungen: Geodaten für Betrieb, Planung und Sicherheit

1) Vegetationsanalysen (Tree-Growth / Tree-Fall)

Wiederkehrende Datenerfassung ermöglicht Wachstums- und Risikoanalysen entlang des Korridors. Dadurch lassen sich Rückschnittmaßnahmen zielgerichtet planen, priorisieren und dokumentieren.

2) Korridor- und Abstandsanalysen

LiDAR-Dateneignen sich zur Prüfung von Abständen und zur Bewertung des Trassenkorridors nach Vorgaben des Netzbetreibers – inklusive Grenzwertdokumentation und Zeitvergleich.

3) Instandhaltung und Dokumentation

Bestandsmodelle, digitale Zwillinge und nachvollziehbare Nachweisführung unterstützen Betrieb, Dienstleistersteuerung und Qualitätsmanagement, insbesondere bei wiederkehrenden Maßnahmen.

4) Planungsgrundlagen für Bau-und Umbauprojekte

Für Umbauten, Querungen oder temporäre Maßnahmenliefern Bestandsdaten eine verlässliche Datengrundlage für Planung, Abstimmung und Dokumentation im Trassenumfeld.

BVLOS-Machbarkeit: Welche Leistung ist realistisch?

Im professionellen Betrieb sind im BVLOS-Kontext (Beyond Visual Line of Sight – Flüge außerhalb der Sichtweite) Größenordnungen von etwa 30 km Trassenkorridor pro Tag realistisch. Die tatsächlich erreichbare Leistung hängt jedoch stark vom Projekt und den Rahmenbedingungen ab, unter anderem von:

  • Umgebungsbedingungen (Topografie, Vegetation, Hindernisse, Wetter)
  • Flugparametern (Höhe, Geschwindigkeit, Streifenüberlappung, Punktdichte)
  • Korridorzugänglichkeit und Logistik (Start-/Landeplätze, Abschnittslängen)
  • Datenanforderungen (Auswerteziele, Genauigkeit)
  • Betriebs- und Genehmigungsrahmen (BVLOS-Konzept, Sicherheitsmaßnahmen)

Wichtig: Der Wert ist ein Richtwert. Die realistische Tagesleistung sollte projektbezogen definiert und vorab technisch sowie organisatorisch validiert werden.

Best Practice: LiDAR bei Bedarf, Dock für Routine-Monitoring

Nicht jede Fragestellung erfordert jederzeit hochpräzise LiDAR-Daten. Viele Betreiberbedarfe sind regelmäßig, visuell und ereignisgetrieben, wie etwa nach Sturmereignissen, Bauaktivitäten oder Auffälligkeiten in Teilabschnitten. Genau hier ergänzt das DJI Dock 3 manuelle LiDAR-Vermessungen sinnvoll.

1) LiDAR-Vermessung (DJI Matrice 400 + LiDAR)

Einsatz, wenn präzise 3D-Bestandsdaten benötigt werden, z. B.

  • periodisch  (quartalsweise / halbjährlich) zur Bestandsaktualisierung
  • anlassbezogen nach Ereignissen oder zur Detailprüfung definierter Abschnitte

Als Ergebnisentstehen klassifizierte Punktwolken sowie digitale Gelände- und Oberflächenmodelle (DGM/DOM) als belastbare Grundlage für Abstands- und Korridoranalysen sowie Planungs- und Nachweisdaten.

 

2) Routine-Monitoring (DJI Dock 3)

Das Dockeignet sich für standardisierte, wiederkehrende Flüge ohne Fernpilot vor Ort:

  • feste Intervalle (z.B. wöchentlich) oder on demand
  • identische Flugrouten, Parameter und Perspektiven für hohe Datenvergleichbarkeit

Typische Dock-Use-Cases im Trassenumfeld:

  • regelmäßige Sichtkontrollen definierter Bereiche (z.B. Masten, Abschnitte, Baustellenzonen)
  • schnelle Lagebilder nach Ereignissen (z.B. Sturm, Vegetationsschäden, unklare Meldungen)
  • Monitoring von Zugängen, Arbeitsflächen und wiederkehrenden Hotspot

Mehrwert dieser Kombination: Manuelle LiDAR-Flüge liefern hochpräzise Geodaten bei Bedarf, während automatisierte Dock-Flüge eine kontinuierliche Routine-Dokumentation und schnelle Reaktion ermöglichen.

Fazit

Drohnen-Laserscanning (LiDAR), mit einer Plattform wie der DJI Matrice 400, ist ein leistungsfähiger Weg, Hochspannungstrassen effizient und präzise zu vermessen. Der entscheidende Schritt zur Skalierung ist ein professionelles BVLOS-Betriebsmodell.

In Kombination mit dem DJI Dock 3 für Routineflüge entsteht eine durchgängige Datenerfassungsstrategie:

LiDAR für hochpräzise Bestandsdaten & Dock-Flüge für kontinuierliches Monitoring.

Damit erhalten Netzbetreiber eine optimale Grundlage für Planung, Betrieb, Instandhaltung und Vegetationsmanagement von Hochspannungskorridoren – standardisiert, vergleichbar und wirtschaftlich.

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